Historisches Rust

Eine erste schriftliche Erwähnung des Namens Rust findet sich im Eddo-Testament von 762. Darin macht Bischof Eddo von Straßburg den Benediktinermönchen von Ettenheimmünster verschiedene Schenkungen – dazu gehörten unter anderem die Fischereirechte und die Kirche im Dorf. Sichere Nachricht über die Herrschaftsrechte gibt es erst ab dem 14. Jahrhundert. Wechselnde Lehensnehmer sind bis Mitte des 15. Jahrhunderts bekannt bis Rust in den Besitz der Familie Boecklin überging. Diese Herrschaft endete 1806 durch Napoleon. Infolgedessen erhielten die Boecklins von Großherzog Leopold Güter und Gefälle. Diese Mediatisierung hatte zusammen mit der stark anwachsenden Bevölkerung zur Folge, dass im Dorf großes Elend und Verarmung herrschte. Manchem blieb nur die Auswanderung nach Amerika als Rettung. Die Ära der Boecklins ging auch nach Beseitigung der gundherrlichen Bindungen bis zum Jahre 1955 weiter. In diesem Jahr verkaufte der Sohn des letzten lebenden Stammherrn in Rust Ruprecht Ludwig Ernst Moritz nach dessen Tod die vormalige Grundherrschaft samt dem Wohnsitz – der Balthasarburg.

Durch die naturräumlichen Voraussetzungen bildeten Landwirtschaft und Fischerei seit jeher die Grundlage für die Versorgung der Dorfbewohner. Zum frühesten Handelsgewächs zählen Hanf und Flachs, welche durch den Anbau von Zuckerrüben und Tabak nach und nach verdrängt wurden. Die Fischerei war als Handwerk stark in Rust vertreten. Die Geschichte der Ruster Fischerzunft lässt sich bis zum Jahr 1583 zurückverfolgen und ist durch ständige Grenzstreitigkeiten mit benachbarten Zünften sehr bewegt.

Das heutige Wappen von Rust erinnert an die von Landwirtschaft geprägte Zeit und weist mit Pflugschar und Fisch auf die beiden Berufsstände hin, welche das dörfliche Leben und Schaffen seit alten Zeiten bestimmt haben.

 

 

Die katholische Pfarrkirche "St. Petrus in Ketten"

Wer sich für Historisches und Kunst interessiert, kann sich außerdem Zeit für einen Rundgang in der katholischen Pfarrkirche einplanen.  Reinhard Dassler - bekannt für sein sozialkritischen Darstellungen - wurde mit der Erstellung des ungewöhnlichen Deckengemäldes in der Ruster Kirche beauftragt. So findet man in den gemalten Szenen nicht nur Mutter Theresa, Wolkenkratzer und das goldene Kalb - nein, auch ein Motorradhelm samt eines Portraits der Dassler-Familie dürfen nicht fehlen.

Ein Kirchenführer liegt aus (Kosten 3,00 EUR).

Auf dem Plan, den Sie über den Link erreichen, finden Sie den Historischen Rundweg, der mit Zahlen markiert ist.

Hier geht's zum historischen Rundgang durch Rust PDF (301.14 kB)