14.03.2018

Aufruf zur Bewerbung für das Amt des Schöffen

Bewerbungsaufruf zur Schöffenwahl 2018

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. Gesucht werden in unserer Gemeinde insgesamt vier Frauen und Männer, die sich vorstellen können, am Amtsgericht bzw. dem zuständigen Landgericht an der Rechtsprechung in Strafsachen teilzunehmen.

Bewerbungsmöglichkeit

Interessenten bewerben sich für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen (gegen Erwachsene) bis zum 29. März 2018 bei der Gemeindeverwaltung Rust, Frau Häcker (Tel.: 0822 8645 34 oder gabriele.haecker@rust.de). Hier finden Sie das Bewerbungs-Formular (pdf) als Download.

Bewerbungsvoraussetzungen

Gesucht werden Menschen, die in der Gemeinde wohnen und am 1.1.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Voraussetzung ist die deutsche Staatsangehörigkeit und die deutsche Sprache sollte ausreichend beherrscht werden.

Zu den Aufgaben eines Schöffen gehört die Würdigung von Beweisen und damit Einschätzungen, ob sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat. Dazu werden Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden herangezogen. Ein Schöffe wird vom Arbeitgeber freigestellt und erhält eine Aufwandsentschädigung für den Verdienstausfall, zudem gibt es einen Fahrtkostenzuschuss.

Sollten Sie selbst Interesse an diesem Amt haben oder kennen Sie jemanden, den Sie vorschlagen möchten, sollten Sie auf diese Kriterien achten, die ein Schöffe mitbringen soll:

  • soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen

  • Lebenserfahrung, Menschenkenntnis sowie Erfahrung im Umgang mit Menschen (diese können resultieren aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement)

  • Abstraktionsfähigkeit und Selbstständigkeit

  • Kommunikations- und Dialogfähigkeit

  • Objektivität und Unvoreingenommenheit auch in schwierigen Situationen gepaart mit hohem Verantwortungsbewusstsein

  • Gutes Urteilsvermögen und geistige Beweglichkeit

Für die teilweise langen Sitzungen ist eine gute gesundheitliche Kondition erforderlich.

Nicht notwendig sind juristische Kenntnisse.

Ausschlusskriterien für Wahl

In diesen Fällen sollte von einer Bewerbung bzw. einem Vorschlag abgesehen werden:

  • Vorliegeneiner Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten

  • Vorliegen eines Ermittlungsverfahrens wegen einer schweren Straftat , die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann.

Personen, die z.B. als Richter, Rechtsanwalt, Polizeivollzugsbeamter, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbediensteter oder als Religionsdiener tätig sind, sollten von einer Bewerbung absehen.

Befugnisse und Verantwortung

Menschen, die sich für das Amt geeignet sehen, sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Ausübung Zeit beansprucht und Interesse voraussetzt, sich weiterzubilden. Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Jedes Urteil – gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.