Naturidylle - Dorfromantik - Freizeitparadies

Historischer Rundgang

Der Name des Ortes Rust taucht zum ersten Mal im sogenannten Eddo-Testament von 762 auf. Darin macht Bischof Eddo von Straßburg den Benediktinermönchen des Klosters Ettenheimmünster für deren Lebensunterhalt verschiedene Schenkungen. Darunter befinden sich auch Mühlen-, Weide- und Fischereirechte und die Kirche, welche dem Hl. Apostel Petrus geweiht war. Zweifellos war in dieser Schenkung die erste urkundliche Nachricht über den Ort Rust greifbar.

Die Menschen in Rust lebten über viele Jahre hinweg von Fischfang und Landwirtschaft. Heute zählt die Gemeinde zu einer beliebten Tourismusgemeinde, was nicht zuletzt der unmittelbaren Nachbarschaft des Europa-Park, dem schönsten Freitzeitpark Deutschlands, zu verdanken ist.

Begeben Sie sich mit uns auf den historischen Rundgang durch unsere Gemeinde uns lassen Sie die Geschichte spürbar werden. Auf zahlreichen Schautafeln finden Sie Wissenswertes >>zum historischen Rundgang

 

Sehenswerte Ruster Bauwerke

Schloss Balthasar

Im Ortskern von Rust befindet sich das Schloss Balthasar. Eine Besichtigung ist möglich im Rahmen des Besuchs des Europa-Park. Genießen Sie die märchenhafte Atmosphäre und ein mittelalterliches Ambiente auf der Schlossterasse an der Elz.
1442 als Lehensnehmer der Straßburger Bischöfe mit dem Dorf Rust belehnt, baute Familie Böcklin von Böcklinsau an die Stelle der Ruster Wasserburg das Schloss Balthasar, das lange Zeit zum Mittelpunkt deren Herrschaft zählte. Heute ist das Schloss aufgrund seiner herausragenden kulturgeschichtlichen und touristischen Bedeutung Mitglied im Verein Schlösser Burgen Gärten Baden-Württemberg e.V.. Dieser legt besonderen Wert auf ein unverfälschtes und historisch belegbares Besuchserlebnis in den Schlössern und Anlagen.

Spüren Sie den Hauch des Mittelalters in diesem historischen Gemäuer, genießen Sie als Besucher des Europa-Park tagsüber die leckere badisch-elsässische Küche oder feiern Sie abends zünftig - beispielsweise bei einem Rittermahl.

 

Balzare-Schlösschen

Auch dieses Gebäude wird mit dem Adelsgeschlecht Böcklin von Böcklinsau in Verbindung gebracht. Das Herrenhaus stammt aus der frühen Renaissance. Vermutlich wurde es um 1598 erbaut. Das Haus zeigt eine schöne Ornamentik im Fachwerk - ist ansonsten jedoch eher schlicht gehalten. Das Schlösschen befindet sich in der Ritterstraße, unweit der Kirche. Eine Besichtigung von außen ist möglich.

 

 

Pfarrkirche "St. Petri in Ketten"

Die katholische Pfarrkirche Petri in Ketten (St. Peter in den Ketten) ist die einzige Pfarrkirche in Rust. Sie ist als eine der wenigen Kirchen im Umkreis dem Fischerpatron Petrus geweiht. Sehenswert ist der große Chorraum und die ungewöhnliche Decken-Bemalung, die unter andeme vom Maler Reinhard Dassler - bekannt für seine sozialkritischen Darstellungen - gestaltet wurden. Hörenswert ist die trockene Akustik. Das sanierte Pfarrhaus befindet sich in unmittelbarer Nähe.

1728 wurde das Langhaus der Kirche erbaut, 1731 folgt der Turm und Chor nach Plänen des Baumeisters Peter Thumb, sechs Jahre später (1737) die Einweihung. Mit der Verlängerung des Langhauses im Jahr 1888 wurde auch die Sakristei angebaut. Die Kirche wurde schließlich von 1906 bis 1907 um die beiden Seitenschiffe erweitert. Bei Umbauarbeiten von 1952 bis 1954 wurde die Kirche "umgedreht": Der Altar mitsamt dem Eingang wurden von der östlichen Seite an die westliche Seite verlegt.

In den 1990er Jahren brannte es in der Sakristei. Durch den Rauch wurden insbesondere die Deckengemälde in Mitleidenschaft gezogen. Heute sind die Bilder wieder restauriert, an manchen Stellen jedoch noch immer recht dunkel. Ein Blick nach oben lohnt also in jedem Fall. Vielleicht entdecken Sie dort dem Petersdom, Mutter Theresa, das Straßburger Münster oder den Baby-Clon? Und finden Sie auch den Motorradhelm?

 

Alte Synagoge

Die Synagoge in Rust wurde von der israelitischen Gemeinde Rust nach 1852 errichtet und 1857 eingeweiht. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge geschändet, verwüstet und beschädigt. 1964 wurde sie mit Zustimmung des Oberrates der Israeliten in Karlsruhe abgerissen.

Seit 1999 befindet sich am ehemaligen Standort der Synagoge (Ritterstraße) eine Gedenkstätte. Als Bestandteil enthält sie die drei ehemaligen Torbögen der Portale. Sie tragen die Inschrift: „Hüte deinen Fuß wenn du in das Haus Gottes gehst. Er ist nahe zu hören.“

 

Altes Rathaus

Im "Alte Rathaus" war früher die Verwaltung der Gemeinde Rust untergebracht. Es wurde von 1844 bis 1845 erbaut und 1892 um einen Glocken- und Uhrturm erweitert. 1989 wurde das Gebäude abgerissen und originalgetreu wieder aufgebaut. Damit ist das "Alte Rathaus" jünger als das jetzige "Neue Rathaus", welches in den 70-er Jahren erbaut wurde. Den Namen hat es jedoch beibehalten.

Im Erdgeschoss befindet sich heute eine Bank - der Bürger- und Sitzungssaal im 1. OG wird für Veranstlatungen, Ausstelungen und vom Gemeinderat und dessen Ausschüsse zu Sitzungszwecken genutzt. Der Raum im 2. OG wird vom Männergesangverein als Probenraum genutzt.

 

Historische Ereignisse

Finden Sie nachstehend eine chronologische Listung der bekannten Ereignisse (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Zeitraum 

vor 40 – 50 Mio. Jahren

Was hat sich ereignet

Teile des Schwarzwaldes und der Vogesen sanken ab und bildeten einen Graben – den heutigen Oberrheingraben

ab etwa 650 v. Chr.

 

Besiedlung des Rheinhochufers durch die Kelten

 

um 260 n. Chr. - 350 n. Chr.

Besiedelung durch die Alemannen

Nach schweren und langwierigen Kämpfen errangen allerdings die Franken die Herrschaft über die Alemannen. Hand in Hand mit dieser militärischen Eroberung ging die kirchliche Missionierung.

7. bis 9. Jahrhundert n. Chr.

Eine völlige staatliche und kirchliche Neuordnung gliederte auch unsere Heimat in das Frankenreich ein.

Das Elsass und mit ihm besonders die Stadt Straßburg spielten bei der Eroberung des mittelbadischen Raumes für die fränkische Ausdehnungspolitik eine große Rolle.

Einflussreiche und begüterte Adelsgeschlechter im Elsass beschenkten aus ihren auf rechtsrheinischem Gebiet eroberten Ländereien die Kirche, gründeten Pfarreien und Klöster und statteten sie zur Sicherung ihres Unterhalts mit Rechten und Einkünften aller Art aus.

ab Beginn des 14. Jahrhunderts n. Chr.

Es gab einen 1309 „von Rust“ genannten Ortsadel, Lehensnehmer der Straßburger Bischöfe.

Ferner werden Herren von Eichstetten, von Mülnheim und schließlich von Endingen als Inhaber des bischöflichen Lehenshofes zu Rust bekannt.

Mitte des 15. Jahrhunderts

Rust geht in den Besitz der Boecklin über, als der Edelknecht Bernhard Böckel das bischöflich-straßburgische Mannlehen für 2000 Gulden von den Herren von Endingen erwarb.

 

Die Boecklin sind ein zum elsässischen Uradel zählendes, regimentsfähiges Geschlecht der Freien Reichsstadt Straßburg.

Als Stammvater gilt Ruprecht Bock, der um 1200 Besitzer der Ruprechtsau (heute Robertsau) war, einer Rheininsel nördlich von Straßburg.

Die Familie Boecklin spielte im 1226 vom Bischof unabhängig gewordenen und zur Reichsstadt erhobenen Straßburg eine wichtige Rolle. Die Belehnung mit Rust war allerdings nur ein Glied in einer Kette von zahlreichen Erwerbungen der Boecklin diesseits und jenseits des Rheins.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts vereinten sie etwa 30 Lehen in ihren Händen.

Die Boecklin hatten verschiedene Privilegien, die sie ursprünglich vor allem Kaiser Maximilian I. verdankten. Das wichtigste Vorrecht war, dass die Boecklin einzig der höchsten Gerichtsbarkeit vor dem Kaiser und dem Reichskammergericht unterstanden. In ihren Herrschaften übten sie die Landeshoheit aus, deren wesentlichster Bestandteil die hohe und niedere Gerichtsbarkeit war; ferner hatte die Familie Boecklin auch die Militärgewalt.

1575-1577

Bau des Böcklinsche Schlosses

Bauherren waren Hans Philipp von Böcklin und Ester Zuckmantel von Brumat.

Deshalb findet sich in einem gewölbten Raum des Erdgeschosses auf dem Schlussstein des Deckengewölbes das Allianzwappen der Böcklin und der Zuckmantel.

Die Wirtschaftsgebäude, die das Schloss umgeben, lehnen sich an die alte Ringmauer an. Zwischen ihnen und dem Wohnhaus standen ehemals zwei feste Türme, wie aus einem Plan von 1776 hervorgeht. Ihren Namen hat die "Balthasarburg" wahrscheinlich nach dem um 1454 geborenen Stammherrn Balthasar erhalten.

1728

Bau des Langhauses der Kirche St. Petri in Ketten

1789

Als Folge der Französischen Revolution gingen die linksrheinischen Besitzungen der Boecklins verloren.

1806

Napoleon beendet die Boecklin’sche Herrschaft in Rust.

1807 / 1810

Ehemalige Besitz der Reichsritterschaft geht an Baden, die die Grundherrlichkeit Rust wurde durch Verordnung vom 22. Juli 1807 zum Oberamt Mahlberg geschlagen und kam schließlich 1810 zum Amt Ettenheim

1825

Ende der Leibherrschaft, samt den damit verbundenen Angaben und der Schollenbindung im Rahmen der Bauernbefreiung durch den badischen Landtag.

In der Folge entfiel eine Reihe von Geld- oder Naturalabgaben an den Grundherren; Aufhebung der Frondienste.

1833

Mittels Beschluss der Zehntablösung (dies machte den zwanzigfachen Betrag eines mittleren Jahrzehnts aus)  wurden alle noch bestehenden grundherrlichen Abgabepflichten und der Kirchenzehnte beseitigt.

 

Die bisherige Besteuerung, die die Boecklin auferlegt hatten, verringerte sich zwar, doch verengte sich der Lebensraum des Dorfes durch die Vergrößerung des landwirtschaftlichen Eigenbetriebs der Boecklin in den nachfolgenden Jahren. da diese den linksrheinischen Verlust ihrer Ländereien auszugleichen suchten.

Es folgten Pachtkündigungen und Beanspruchung von Gütern. Da seit etwa 1750 die Bevölkerung sehr rasch angewachsen war und diese Aufwärtsentwicklung unvermindert anhielt, wirkte sich die Einschränkung der Nutzungsflächen für die Bevölkerung besonders schlimm aus.
Für die kinderreichen Familien konnte die Arbeit im Gutsbetrieb der Boecklin nur eine geringe Verdienstmöglichkeit bieten. Auch ging der Fischfang, von dem sich viele Ruster Familien ernährten, als Gewerbe seit der Rheinregulierung durch Johann Gottfried Tulla ständig zurück.

Es herrschte großes Elend im Dorf. Manchem blieb nur noch die Reise nach Amerika als letzter Ausweg vor der völligen Verarmung.

1844 bis 1845

Bau des Alten Rathauses

1852 / 1857

Errichtung einer Synagoge von der israelitischen Gemeinde

Mitte des 19. Jahrhunderts

Aufkommen einheimischer Industrie

1888

Verlängerung des Langhauses der Kirche und Anbau der Sakristei

1989

Abriss des Alten Rathauses und Neuaufbau

1906 bis 1907

Erweiterung der Kirche um die beiden Seitenschiffe

1914 bis 1918

Erster Weltkrieg

1938

Novemberpogrom 

Die Inneneinrichtung der Synagoge in der Klarastraße 14 wurde von SA-Männern geschändet

1939 bis 1945

Zweiter Weltkrieg

1952 - 1954

Bei Umbauarbeiten wird die Kirche "umgedreht"

1955/1956

Ende der  Ära der Boecklin, als nach dem Tode des letzten in Rust lebenden Stammherrn Ruprecht Ludwig Ernst Moritz sein in den USA lebender Sohn die vormalige Grundherrschaft samt der Balthasarburg veräußerte.

1960

Im Jahr 1960 wurde das Fest "Petri Ketten" von der Kirche ersatzlos aus dem Festtagskalender gestrichen, in Rust wird das Fest aber weiter gefeiert.

1964

Abriss der Synagoge

1965

Erwerb des Schlosses und Teile des Parks von privater Seite

1973

Auflösung des Landkreises Lahr; Rust kommt zum neugebildeten Ortenaukreis

1975

Eröffnung des Europa-Park

1977

Verkauf an die Firma Mack aus Waldkirch

2002

Rust erhält eine eigene Autobahnausfahrt (Anschlussstelle Rust 57b)

2005

Rust erhält das Prädikat "staatlich anerkannter Erholungsort"

2010

Fertigstellung und Eröffnung des Naturzentrums

2014

Einweihung Deutschlands erstem Klimawandelgartens mit Aussichtsturm

2015

Die Einwohnerzahl von Rust steigt erstmals auf über 4.000 Einwohner

Der Europa-Park feiert 40-jähriges Jubiläum

 

Chronologie der Ruster Bürgermeister

Kai-Achim Klare2014 
Günter Gorecky19902014
Wolfgang Obert19891989
Erich Spoth19611989
Theodor Schießle19481960
Franz Utz19451948
Emil Schießle1935                1945
Karl Sattler1923               1935
Wilhelm Utz1898     1923
Wilhelm Schießle18901898
Adam Sattler18891890
Leopold Haas18851889
Eduard Werner18791885
Christian Gruninger18741879
Berthold Schmidt18711874
Heinrich Nadler18661871